2. Jan. - Bahia Blanca - Punta Pardelas   Route in Google Earth















Endlich Patagonien

Schon kurz nachdem wir aus der Stadt sind, kommt eine Strassensperre. Wir müssen die Pässe und die Fahrzeugpapiere vorweisen und die Polizisten tragen alles schön in ein dickes Buch ein. Ein anderer Polizist frägt uns mehrmals ob wir Fleisch oder Früchte mitführen. Anscheinend hat Argentinien Angst, dass Schädlinge und Seuchen in andere Regionen und Privinzen verschleppt werden.

Die Strassen werden immer gerader und der Verkehr immer seltener. Die Beschränkungen werden kaum beachtet und sind eher Ratschläge. Die letzte Kurve liegt gut eine halbe Stunde hinter uns, als wir weit vor uns am Strassenrand einen Schatten sehen. Es ist eine Gruppe Brasilianischer Biker die Pause machen. Alles  Ärzte und Architekten die in vier Wochen nach Feuerland und zurück nach Brasilia fahren. Hier verlassen wir die Provinz Buenos Aires nach La Pampa. Schon bald überqueren wir den Rio Colorado und gelangen nach Patagonien.

Patagonien nennt sich der ganze südliche Zipfel von Südamerika. Die fünf Argentinischen Provinzen, Rio Negro, Neuquen, Chubut, Santa Cruz und Feuerland, wie auch die drei Chilenischen Regionen, X Región de los Lagos, XI Región de Aisén und XII Región Magellanes. Beide Regierungen unternehmen grosse Anstrengungen um diese Gebiete zu besiedeln und die Infrastruktur auszubauen.

Wir drehen nach links ab und fahren 120 km ohne eine Kurve bis wir den Rio Negro überqueren. Auf dieser Geraden verwandelt sich die leichte Brise von Westen in einen konstanten Wind in den wir uns lehnen. Die wenigen Autofahrer die wir kreuzen winken uns zu. Der Strassenrand wird immer breiter und dahinter ist karges Grasland mit einzelnen Bäumen und vielen Büschen.  Am Himmel ziehen die ersten Wolken auf und am Horizont lässt sich ein kleiner Gebirgszug ausmachen. Ich freue mich schon auf die Passstrasse, umsonst. Ich schaue die Tankanzeige immer genauer an. Da sehen wir bei San Antonio Oeste eine ganze Schlange Autos vor einer Tankstelle. Wir haben keine Lust stundenlang an der Sonne zu warten, so versuchen wir in Las Grutas unser Glück. Pech, hier gibt’s kein Benzin, vielleicht morgen vertröstet man uns. Ich giesse den ersten Reservekanister nach und wir fahren weiter nach Sierra Grande. Hier ist die Warteschlange bedeutend kürzer.

Beim Aufbocken des beladenen Motorrades habe ich im rechten Ellbogen einen komischen Schmerz gefühlt und mir wurde schwarz vor den Augen. Mit Hilfe konnte ich trotzdem Aufbocken und tanken. Adi hat meinen Arm kurz angeschaut und ich habe eine Funktionskontrolle der rechten Hand vorgenommen. Der Schmerz war weg und der Oberarm etwas geschwollen. Vorsichtig sind wir weitergefahren bis zur Peninsula Valdez.

Unterwegs sehen wir die ersten Guanacos, unwarscheinlich mit welcher leichtigkeit diese Tiere über die Zäune springen. In Puerto Piramides angekommen suchen wir (vergeblich) nach einem Hotel oder Camping, alles ist komplett ausgebucht. Also füllen wir unsere Wassersäcke und machen uns auf den Weg zum "wilden" Camping bei Punta Pardelas wo wir unser Zelt aufstellen.

 

 

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